Chronik des Burschenverein Deining


Das erste Auftreten des Deininger Burschenvereins:

Die erste Erwähnung des Burschenverein Deining müsste, laut eines Festzeichens auf das Jahr 1924 zurück zu führen sein. Damals aber unter dem Namen “Katholischer Burschenverein Deining”.

Leider ist es nicht möglich über die damalige Vereinsgeschichte etwas zu Blatte zu bringen, da keine schriftlichen Überlieferungen vorhanden sind.                                                  

 

 

Aktivitäten vor der Vereinsgründung:

Lange Zweifelten die Deininger daran, dass der fällig gewordene Maibaum wirklich am 1. Mai stehen wird. Ihre Zweifel waren nicht unberechtigt. Denn mit den Burschen war zurzeit nichts los. Jeder ging seine eigenen Wege und kümmerte sich um nichts. Aber ein wichtiger Anstoß kam aus Hornstein. Die Hornsteiner nämlich sagten, wenn die Deininger schon nichts fertig brächten, so würden sie in Hornstein einen eigenen Baum aufstellen. Das konnten die Deininger natürlich nicht zulassen.

Sie formierten sich und man vereinbarte mit den Hornsteinern einen gemeinsamen Weg zu gehen und in Hornstein und Deining einen Maibaum aufzustelle.

Dann begann die Arbeit.

Um das nötige Kapital zu haben musste Papierholz gemacht werden. Es fanden sich Gott sei Dank genügend Waldbesitzer, die unsere Sache unterstützten und uns das Holz in ihrem Wald machen ließen. Es gaben Kögelsperger 9 Ster, Huber 11 Ster (für Schastangen), Kranz 5 Ster, Hofberger 3 Ster. An den Samstagen trafen sich die Burschen und arbeiteten den ganzen Tag. Am Anfang waren wir noch 15 Mann dann nur noch ein Kern von 5 Mann (Sepp, Hannes, Peter, Paul und Quin). Der Maibaum von Deining wurde von der Gemeinde gestiftet und wurde gefällt und geschäpst ins Dorf gebracht, wo er im Stadl beim Kranz Lorenz mit den Hornsteinern aufbewahrt, bearbeitet und später bewacht wurde. Wir hatten etwa 32 Ster Holz beisammen und verkauften es übern Kögelsperger. Die Taferl am Maibaum in Deining malte Peter Hofberger und in Hornstein Jo. Geschnürt und bemalt wurden die Bäume von Walch Peter und Waidler (Weiß Kare). Bewacht wurde vom Pfarrheim aus. Der Hornsteiner Maibaum war um einen halben Meter länger als der Deininger. Dass konnten nicht sein drum hat der Erb Peter den Hornsteiner Maibaum Ruck zuck um einen Meter mit der Motor säge gekürzt.

 

 

Die Gründung des Burschenvereins

In der Nacht vom 6.3. auf den 7.3.1976 trafen sich eine Hand voll Burschen beim Oste (Hofberger) in der Stube. Von dort aus machen sie sich auf den Weg nach Dinghartding zu Schwoager´s Garten, wo der Baum lag. Mit einem Baumwagen haben die 15 Burschen den Baum mit der Hand bis zur Hauptstraße geschoben und dann mit einem 16er Eichner nach Deining zum Stollhof gefahren.

Anschließend gingen sie zum Neuwirt und beschlossen einen Burschenverein zu gründen . Am 13. März kamen die Dinghartdinger Burschen um ihren Maibaum mit der vereinbarten Auslöse, von 100l, Bier abzuholen.

Am darauf folgenden Sonntag den 14. März 1976 trafen sich 8 Burschen zum Frühshoppen, im Gasthaus zur Linde (Neuwirt) um den Burschenverein Deining w. V. zu gründen.

Im selben Jahr wurden noch mehrere Veranstaltungen durchgeführt unter anderem Maitanz, Tischtennisturnier, Johanni-Feier, Burschenball, usw.

Im Jahre 1977 zählte der Verein schon 39 Mitglieder


Maibaum

Mit zum schönsten Schmuck in Deining zählt zweifellos der weiß-blau gestrichene Maibaum mit seinen Zunftzeichen.Auf die Frage , seit wann es in Deining einen Maibaum gibt, bekommt man immer die gleiche Antwort: ganz einfach “scho immer”.

Früher schlossen sich die ledigen Burschen zu so genannten Maiburschen zusammen. Seit 1976 organisiert der Burschenverein das Aufstellen und die damit verbundene Arbeit des Maibaums. Nach altem Brauch wird im Abstand von zwei Jahren, abwechlungsweise in Deining oder Hornstein, nach viel harter Arbeit und Mithilfe der Dorfbewohner,  der Maibaum aufgestellt.

Auch muss alle zwei Jahre ein Spender für den Maibaum und zum Bearbeitetn des Baums ein Stadel gefunden werden. Die Maimadeln suchen sich zu dieser Zeit einen Burschen zum gemeinsamen Tanz um den neuen Maibaum.

Jedes Mädel versorgt seinen auserwählten Burschen während der Maiwache mit Essen.

Außerdem kümmern sie sich um das Binden des Kranzes und der Girlanden.

Die Fahne, die den Maibaum schmückt , wird seit Jahren von der Marianne Rieger gewählt.

Beim Aufstellen des Maibaums sind wir auf die Hilfe vieler kräftiger Männer angewiesen, da er noch nach altem Bracuh mit den “Scharstangen” aufgestellt wird.

Links unten Rudolf Mooshammer
  Beim Deininger Maitanz 2001 kam überraschend Rudolf Mooshammer mit seinem Rolls  Royce vorbei gefahren und blieb als Gast bei uns.
Er erwies uns die Ehre dieses Bild zur Erinnerung zu machen
.

 

Burschen-Hallenturnier 2000

Wir fuhren wie jedes Jahr, auch dieses Mal am Faschingssamstag 2000, nach Grünwald zum Hallenfußballturnier des Grünwalder Burschenvereins, natürlich nicht ohne einen Zwischenstopp in einer der vielen Wirtshäuser in Grünwald oder der Vereinsgaststätte zu machen. Nach viel Bier und ein paar Würsten nahm der glorreiche Siegeszug seinen Lauf, bis man am Schluss nach Jahren des Misserfolges ganz überraschend als Sieger feststand. Niemand konnte es glauben und ganz Deining sowie der Rest der Welt informierte man dank der Mobiltelefone über das Unvorstellbare. Eine kleine Gruppe aus Deining machte sich sogleich auf den Weg, um mit den Siegern gemeinsam zu feiern. Nach Beendigung der Siegesfeier fuhr der harte Kern weiter zu einem Faschingsball, um dort ihren Sieg endgültig zu begießen. Leider können wir bis heute keinen Erfolg mehr beim Hallenfußallturnier verzeichen.

 


Bettelhochzeit

 Seit 1983 veranstaltet der Burschenverein alle 10 Jahre eine Bettelhochzeit am Faschingssonntag. Diese Veranstaltung ist bei allen Dorfbewohnern, Gästen und vor allem bei den Burschen sehr beliebt. Trotz der vielen Vorbereitungen macht die Durchführung viel Spaß. Es müssen die Texte geschrieben und diese wie ein Theaterstück einstudiert werden. Es hat sich jedoch immer gelohnt, diese einzigartige Faschingsgaudi zu veranstalten, was nicht nur die Besucherzahlen unterstreichen.